Abschiebung von 31 Roma scheitert

02/07/2010 19:30 0 Kommentar

Die geplante Abschiebung von insgesamt 31 Roma aus der Stadt und dem Landkreis G√∂ttingen in den Kosovo ist vorerst gescheitert. Keiner der Ausreisepflichtigen befand sich am Dienstag in dem Flugzeug, das von D√ľsseldorf nach Pristina starten sollte. Elf Roma erwirkten noch am Montag einen Abschiebestopp vor dem Verwaltungsgericht G√∂ttingen. In einem Fall handelte es sich um eine achtk√∂pfige Familie, im zweiten Fall um ein Elternpaar mit einem minderj√§hrigen Sohn.

13 weitere Antr√§ge auf Rechtsschutz gegen die drohende Abschiebung wies das Gericht dagegen ab. Drei jugendliche Roma fanden Zuflucht im Kirchenasyl, das ihnen die Christophorus-Gemeinde in G√∂ttingen gew√§hrt. Die √ľbrigen Betroffenen ‚Äď darunter eine neunk√∂pfige Gro√üfamilie ‚Äď sind dagegen untergetaucht.

‚ÄěWir haben den drei jungen M√§nnern Kirchenasyl gew√§hrt, um eine neue Schandtat des Innenministers zu verhindern‚Äú, sagte der evangelische G√∂ttinger Ausl√§nderpastor Peter Lahmann. Abschiebungen in den Kosovo seien ein Skandal. Pastorin Elke Reichardt sagte, die Gemeinde habe sich aus christlicher Verantwortung in der Pflicht gesehen, Menschen in Not beizustehen.

Im Fall der achtk√∂pfigen Familie hatte das G√∂ttinger Verwaltungsgericht am Montag dem Landkreis G√∂ttingen die Abschiebung vorl√§ufig untersagt, da aller Voraussicht nach ein Anspruch auf die nachtr√§gliche Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis bestehe. Der Familienvater habe seit √ľber einem Jahr eine Arbeit und k√∂nne damit den Unterhalt seiner Familie sichern. Bei der zweiten Familie stoppte das Gericht die Abschiebung, weil sich der Vater im Krankenhaus befindet und sich einer Operation unterziehen muss. Auch seine Ehefrau und der minderj√§hrige Sohn d√ľrfen vorerst weiter in Deutschland bleiben.

Die Anträge von zwei weiteren volljährigen Söhnen wies das Gericht dagegen ab. Sie begaben sich daraufhin ebenso wie ein weiterer junger Mann ins Kirchenasyl.

‚ÄěIch habe ein Gef√ľhl, als ob alle T√ľren f√ľr uns zugemacht werden‚Äú, sagte Ramadan Kryeziu (22), der sich mit zwei Br√ľdern im Kirchenasyl befindet. Er habe weder ein freiwilliges soziales Jahr noch eine Lehre absolvieren d√ľrfen. Insgesamt h√§tten aus Niedersachsen 40 Roma und vier Albaner am Dienstagmorgen zum Flughafen D√ľsseldorf gebracht werden sollen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

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