Auch unter Pistorius gehen Abschiebungen ins Kosovo weiter!

26/04/2013 01:05 1 Kommentar

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Bitte schickt diese Mail an Niedersachsens Innenminister Pistorius (pressestelle@mi.niedersachsen.de ) und unterstützt zwei Göttinger Familien, die sonst am 7. Mai nach 15 Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben werden. Auch mehrere Kinder sind betroffen.

Danke!

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Sehr geehrter Herr Pistorius,

mit dem Ende des Wintererlasses scheinen die Abschiebungen ungebremst wieder aufgenommen zu werden – am 7. Mai sollen zwei Roma-Familien aus Göttingen in den Kosovo abgeschoben werden.
Kettenduldungen sind eine unmenschliche Praxis, Menschen die über Jahre hinweg von gesellschaftlicher Teilhabe ausgegrenzt wurden und in ständiger Angst vor der Abschiebung leben mussten, sollten nun ein Recht auf eine sichere Zukunft in Deutschland haben.

Wir möchten Sie bitten, sich die folgende Filme anzuschauen und sich selbst ein Bild über die Situation der Familie zu machen:

Nach wie vor bedeutet für die meisten Roma-Familien ein Leben in Kosovo alles andere als eine Leben in Sicherheit und Würde – häufig müssen sie in menschenunwürdigen Verhältnissen leben und haben kaum eine Chance dieser Situation zu entkommen:
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Auch unter Pretorius gehen Abschiebungen ins Kosovo weiter!Zwei seit 15 Jahren in Göttingen lebende Roma-Familien aus dem Kosovo sollen abgeschoben werden
Am 07. Mai diesen Jahres sollen die beiden Familien K. In den Kosovo abgeschoben werden. Die beiden Familien des Geschwisterpaares K. reisten Ende der 90er Jahre auf Grund des Krieges und der Verfolgung von Roma im damaligen Jugoslawien nach Deutschland. Inzwischen leben sie seit 15 Jahren in Göttingen. Lediglich eines der Kinder wurde im Kosovo geboren und erlebte die Flucht als 3 Monate altes Kind. Alle anderen Kinder wurden in Deutschland geboren. Sie sind zwischen 3 und 15 Jahre alt und besuchen in Göttingen den Kindergarten bzw. die Schule.
Die älteste Tochter steht kurz vor dem Schulabschluss. Keines der Kinder spricht Romanes geschweige denn albanisch. Sie kennen den Kosovo nicht, waren nie dort und haben keinen Bezug zu dem Land, aus dem ihre Eltern einst fliehen mussten. Im Kosovo leben auch keine Verwandten mehr. Auch sie sind vor dem Krieg geflohen und Leben größtenteils in Deutschland und anderen Ländern der EU.
Das Haus, welches die Familie vor dem Krieg bewohnte, ist inzwischen niedergebrannt worden. Die ganze Familie leidet unter Schlaflosigkeit auf Grund der bedrohlichen Situation. Die Kinder „schlafen“ aus Angst vor einem nächtlichen Polizeieinsatz teilweise in Kleidung und Schuhen.
Im Kosovo würde sie eine absolute Perspektivlosigkeit erwarten. So würden sie alles dafür geben hier zu bleiben, da sie sich in Deutschland trotz der widrigen Umstände von 15 Jahren Kettenduldung ein leben und eine Perspektive aufgebaut haben. Die beiden Väter. haben schon seit einiger Zeit einen unbefristeten Arbeitsvertrag zum 01.Mai. Sie wären damit in der Lage, für ihre Familie aufzukommen und müssten keine staatlichen Hilfen mehr in Anspruch nehmen. Die 12jährige Tochter A. ist seit längerem fester Bestandteil des Theaterprojektes „Boat People“, das
mit dem Stück „Rosenwinkel“ bereits 10 mal in Göttingen und bei bundesweiten Gastspielen auftrat. Ein weiterer Auftritt im Juni in Berlin steht schon fest.
Der Großvater der Familie ist schwer zuckerkrank und auf die Hilfe seiner Familie angewiesen. Im Falle einer Abschiebung könnte nur noch seine Frau für ihn da sein. Diese wäre mit der Pflege ihres Mannes allerdings stark überfordert. Wie in vorangegangenen Fällen wird von Seiten der Ausländerbehörde mit der mangelhaften Integration der Familien argumentiert. Wo aber, fragen wir, sollen Kinder besser integriert sein, als in
dem Land, in dem sie geboren und aufgewachsen sind. Und welche Form der Integration soll mit der Abschiebung in ein Land gewonnen werden, in der Roma nachweislich desintegriert, ja ausgegrenzt werden? Bis heute werden Roma europaweit gesellschaftlich ausgegrenzt. Die deutsche
Gesellschaft verweigert sich großteils der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. So wird hier kaum wahrgenommen, dass während der NS-Herrschaft von den Deutschen europaweit ca. eine halbe Million Roma sowie Sinti  gezielt ermordet wurden. Dieses Menschheitsverbrechen trägt in der Überlieferung der Roma den Namen „Porrajmos“ („das Verschlingen“).
Ca. 400 Roma sind in Stadt und Landkreis Göttingen seit vielen Jahren immer wieder akut von einer Abschiebung bedroht. Ihnen droht sowohl im Kosovo, wie auch in Serbien oder Mazedonien eine Landung im wirtschaftlichen Elend. Sie werden dort aufgrund ihrer Minderheitenzugehörigkeit nicht nur noch schärfer ausgegrenzt als in Deutschland, sondern zum Teil auch körperlich bedroht oder angegriffen. Die Politik, Roma in Lagern zu ghettoisieren, wie es z.B. in Serbien gängig ist, zeigt vielerorts ein noch schlimmeres Gesicht als hierzulande. Antirassistische Initiativen mobilisieren derweil zu einer großen Begleitung zur Ausländerbehörde am Montag dem 29.April um 10 Uhr vor dem Neuen Rathaus.
Bitte setzen Sie sich für die betroffenen Familien ein.
Vielen Dank
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schickt diese Mail an Niedersachsens Innenminister Pistorius (pressestelle@mi.niedersachsen.de ) und unterstützt zwei Göttinger Familien, die sonst am 7. Mai nach 15 Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben werden. Auch mehrere Kinder sind betroffen.

Danke!

1 Comment

  • Die Abschiebungen der Familien K. wurden vorerst ausgesetzt, die beiden Göttinger Familien werden mit ihren jeweils 6 Kindern nicht in den Kosovo abgeschoben, sondern erhalten zunächst die Möglichkeit einen Härtefallantrag zu stellen.

    Das ist ein wichtiger Erfolg, dennoch bleibt für viele andere die Abschiebegefahr bestehen.
    Regelmäßig werden mit extra dafür gecharterten Flugzeugen Sammelabschiebungen durchgeführt –
    Wir müssen weitermachen und gegen Abschiebungen und für eine Bleiberecht der von Duldung Betroffenen kämpfen.
    Haltet die Augen offen und unterstützt alle, die von Abschiebungen bedroht sind!

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