Deutschland schaut weg und schiebt ab

05/01/2011 23:06 0 Kommentar

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Das Roma während der Herrschaftszeit der Nationalsozialisten aus rassistischen Motiven diskriminiert, verfolgt und ermordet wurden, ist mittlerweile anerkannt und auch allgemein bekannt. Das dies aber auch unter Befehl der deutschen Besatzer im Balkan geschah, ist weit weniger Menschen bewusst.

Jugoslawien wurde im Jahr 1941 schnell besiegt und von da an von Deutschland und seinen Verbündeten besetzt. Auf den Zerfall Jugoslawiens folgten Partisanenkämpfe und die Unterdrückung der Bevölkerung. Beim Verdacht der Kooperation mit Partisanen wurden ganze Dörfer zerstört und die Bewohner ermordet oder verschleppt. Vernichtungslager gab es in Sajmiste, Bajnica, Crveni Krst und Jasenovac. Letzteres wurde wegen seiner Größe auch „Auschwitz des Balkans“ genannt. Gefangene wurden für getötete deutsche Soldaten, im Verhältnis von 100 für einen, als Vergeltung ermordet. Unter den Opfern waren auch zahlreiche Roma, die wie Juden aufgrund der nationalsozialistischen Rassenideologie als minderwertig angesehen und verfolgt wurden. Insbesondere für die Roma ist eine Schätzung der Opferzahlen aber schwierig, da sie meist nicht als Roma registriert wurden und oft direkt am Ort ihrer Aufgreifung als „Partisanen“ oder „Spione“ ermordet wurden. Es wird davon ausgegangen, dass um die 100.000 Roma während der deutschen Besatzung im Gebiet Jugoslawiens ihr Leben verloren.

Helfer fand die Wehrmacht in Kroatien bei der faschistischen Armee der Ustascha und durch die neu gegründete, unter deutscher Führung stehende Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1) und im Kosovo durch die Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg“ (albanische Nr. 1). Alle diese Truppen waren für ihre große Grausamkeit, mit der sie zahlreiche Kriegsverbrechen verübten, gefürchtet.

Die überlebenden Romawurden oft den Rest ihres Lebens von den Schreckenserlebnissen begleitet oder litten am Verlust ihrer Angehörigen. Gerechtigkeit gab es für sie keine. Auch nach dem Krieg blieben sie eine stark diskriminierte weitgehend rechtlose Minderheit.

Als 1998 wieder Krieg ausbrach lebten noch einige Roma, für die die Erinnerungen an den 2. Weltkrieg noch präsent waren. Nach der Bombardierung durch die Nato unter deutscher Beteiligung und der darauf folgenden Rückkehr der zuvor vertriebenen Albaner kam es vielerorts zu Racheaktionen der UCK. Hierdurch erlebten diese Menschen eine weitere Katastrophe in ihrem Leben. Von Seiten extremistischer Albaner wurden die Roma der Kollaboration mit den Serben verdächtigt und vertrieben, verschleppt und ermordet. Der Rassismus gegen Roma hat in Kosovo bis heute eine große Verbreitung und Extremisten zeigen eine hohe Gewaltbereitschaft und große Verachtung gegenüber Minderheiten. Die Verbrechen an Roma im Jahr 1999 und danach wurden bis heute nicht richtig verfolgt und die Täter blieben unbestraft. Sichtbar wurde dies durch die jüngsten Enthüllungen über die Verstrickung des kosovarischen Regierungschefs, Hashim Thaci, in mafiöse Strukturen und Organhandel. Unter den Opfern dieses Organhandels sollen sich auch zahlreiche Roma befunden haben. Viele sind einfach verschwunden und gelten seitdem als vermisst. Ihre Hinterbliebenen leben oft bis heute unter Trauer und Angst, sind geflüchtet oder haben sich zum Schutz in Enklaven zurückgezogen. Weite Teile der Extremisten-Elite gelangten nach der Unabhängigkeit Kosovos an ranghohe Posten in Politik, Wirtschaft und Polizei. So kommt es, dass die von der UCK begründeten kriminellen Netzwerke, geschützt durch weit verbreitete Korruption und international einflussreiche Befehlshaber bis heute andauern. Noch 2008 gab es nachweißlich illegale Organtransplantationen in der Medicus-Klinik in Priština. Verständlich, dass sich viele Roma fürchten in dieses Land abgeschoben zu werden und dort ihren früheren Peinigern in mächtigen Positionen wieder zu begegnen.

Abschiebung und Auslieferung in derartige Verhältnisse ist ein Verbrechen und angesichts der deutschen Vergangenheit besonders anrüchig. Möchten SIE in einem Land leben, das ihnen keine Sicherheit bietet und in dem Kriminelle an der Macht sind? Wohl kaum! Wir dürfen daher nicht zusehen, wie die Menschen, die hier Schutz gesucht haben, erneut einem Schicksal von Gefahr und Diskriminierung ausgesetzt werden. Es ist nötig, hier lebende Roma beim Aufbau einer Existenz in ihrer neuen Heimat Deutschland zu unterstützen anstatt ihnen Steine in Form von ausgrenzenden Sondergesetzen in den Weg zu legen. Es wird höchste Zeit für einen fairen Umgang mit den Roma! Sonst droht die Zerstörung der Zukunft vieler Unschuldiger. Alle Roma müssen die Möglichkeit bekommen ein Leben in Sicherheit und als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft zu führen. alle bleiben!

Videos zur Organmafia:

Video zu Jasenovac: http://www.youtube.com/watch?v=5XRCSCUKvyI

Kosovo-Premier Thaçi soll an Organmafia beteiligt sein

Balkan-Kosovo:Thaci war laut Europarat krimineller Mafia-Boss

Kosovos Regierungschef Thaci in Bedrängnis Vorwurf des Organhandels

Kosovo-Regierungschef soll Mafiaboss gewesen sein

Thaci hat Serben angeblich Organe entnehmen lassen

Der türkische Arzt – Kopf eines Organhandelrings im Kosovo?

Inhuman treatment of people and illicit trafficking in human organs in Kosovo Draft report Rapporteur: Mr Dick Marty, Switzerland, Alliance of Liberals and Democrats for Europe

Kosovo/Albanien: Entführungen und Verschleppungen nach Albanien sollen untersucht werden

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