in der Stadt Schortens ist auch eine Familie mit sechs Kindern von der Abschiebung bedroht.

12/03/2011 00:50 0 Kommentar

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Hier einige Hintergrundinformationen:  

Zu Familie Saciri gehören 6 Kinder:

Missada ca. 14 Jahre, sie geht auf die Förderschule in Jever und hat die Prognose in zwei Jahren dort den Hauptschulabschluss zu erwerben. Missada hat mehrere Jahre unsere Einrichtung Essen & Leben genutzt und enge Beziehungen sowohl in der Schule als auch im Jugendzentrum aufgebaut.

Fatma ist 11 Jahre und geht ebenfalls auf die Förderschule, wir begleiten sie im Jugendzentrum seit der ersten Klasse. Sie nimmt seitdem an unserer Einrichtung Essen & Leben teil. Unserer Einschätzung nach hat sie gute Chancen bei entsprechender Förderung einen guten Schulabschluss zu schaffen. Sie setzt sich sehr kritisch mit ihrer Lebenssituation und vor allem mit den Traditionen der Roma auseinander. Sie hat eine Idee davon, was ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland bieten kann und die Vorstellung weg zu müssen, ist für sie unerträglich. Fatma hat eine starke Bindung zum Jugendzentrum.  

Seco geht in ebenfalls auf die Förderschule, er ist im Bereich Mathe talentiert. Auch er besucht häufig das Jugendzentrum, ebenso wie Burhan, er geht auf die Grundschule. Dann gibt es noch zwei weitere kleinere Kinder. 

Die Eltern bringen uns (dem Jugendzentrum Schortens) großes Vertrauen entgegen, so dass ihre Kinder auch an Ausflügen etc. von uns teilnehmen dürfen. 

Alle Kinder, die wir kennen, sprechen gutes Deutsch und kennen nichts anderes. Sie haben keinerlei Bezug zum Herkunftsland ihrer Eltern, alle sind in Deutschland geboren. Die Sprache des Herkunftslandes der Eltern können sie nicht. Sie sind im Gemeinwesen integriert, besuchen regelmäßig die Schule und nehmen am Vereinsleben in Schortens teil.  

Die Eltern sind serbische bzw. kosovarische Staatsangehörige aus der Volksgruppe der Roma und seit 1990 (Vater) bzw. 1995 (Mutter) in Deutschland, es lebt keine Familie mehr im Herkunftsland, sie haben keinerlei Bezüge in ihre ehemalige Heimat. 

Herr Saciri kam als ca. 11 jähriger Junge zusammen mit seinen Eltern aufgrund der Kriegsverhältnisse in Jugoslawien nach Deutschland. Seine Eltern sind zwischenzeitlich verstorben und in Deutschland beerdigt.  

Seit drei Jahren liegen  Pässe der Kinder aus dem Herkunftsland der Eltern bei der Ausländerbehörde. Familie Saciri sollte diese unbedingt besorgen, damit eine Aufenthaltsgenehmigung erwirkt werden kann. Aber dann bekamen sie die Pässe nicht wieder… 

2009 überschlugen sich die Ereignisse und Familie Saciri hatte sehr große Angst in einer Nacht und Nebel Aktion ausgewiesen zu werden. Um dem vorzugreifen flüchteten sie nach Schweden zum Bruder des Vaters.  

Auf Druck der Kinder, die eine Trennung von ihren sozialen Bezügen in Schortens nicht verkrafteten ist die Familie wieder nach Deutschland (Schortens) zurück gekehrt. 

Herr Saciri hat lange Zeit alle ihm aufgetragenen bzw. von ihm angeregten Arbeitsgelegenheiten im Rahmen des BSHG bzw. nachfolgender Gesetze gewissenhaft erledigt und sich immer um Arbeit (im Rahmen seiner Arbeitsrechtlichen Möglichkeiten) bemüht (allein im Jugendzenttrum und in der städtischen Jugendwerkstatt hat er jeweils mind. 5 mal vorgesprochen und sich um Arbeit beworben). Allerdings ist Herr Saciri seit ca. 7 Jahren in psychotherapeutischer Behandlung und von seinen ungewissen Lebensumständen gezeichnet. Beide Elternteile sprechen verständliches Deutsch, sind allerdings Analphabeten. Allein aus diesen Gründen ist es fast unmöglich in der strukturschwachen Region Friesland eine Arbeit zur Bestreitung des Lebensunterhaltes zu bekommen.

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