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Ein Leben
ohne Angst für Miroslav Miroslav Redzepovic
versuchte am 2. Dezember 2010 sein Leben im Abschiebegefängnis der
JVA Billwerder/Hamburg zu beenden. Dazu veranlasst hatte ihn die
Nachricht von der Ablehnung seines Asylantrags. Was vorher geschah Miroslavs Familie
gehört der Roma-Minderheit in Serbien an. Seit 1995 lebte die 7-köpfige
Familie in Syke. Damals wurde ihnen Wohnraum in der Asylbewerberunterkunft
„Deutsche Eiche“, einem ehemaligen Gasthaus, zugewiesen. Die Abschiebung
war nur eine Frage der Zeit. Der Vater Milos Redzepovic protestierte
gegen die unzumutbaren Zustände in der Unterkunft, er bat immer
wieder um eine Arbeitserlaubnis; forderte ein Leben in Würde und
eine faire Chance für seine Familie. Am 15. November 2002 ging Milos
Redzepovic ins Rathaus von Syke, übergoss sich mit Benzin und zündete
seinen Körper an. Am Tag darauf starb er an den Verbrennungen. Wie weiter? Im November fand in Hamburg die Innenministerkonferenz statt. Dort wurde sich auf eine Minimallösung für langjährig geduldete verständigt. Jedoch wieder einmal nicht für alle, sondern nur für die „Superintegrierten“, „Einserschüler-Jugendlichen“. Zahlreiche ohne sicheren Aufenthaltsstatus hier lebende Jugendliche und darunter viele Roma aus dem Kosovo, werden nicht von der neuen Regelung profitieren. Diese unbefriedigende Errungenschaft, die erst nach hartnäckigen Protesten* als Kompromiss erreicht wurde, bietet auch für Miroslav keine Perspektive. Genauso wenig wie seinen Geschwistern und den vielen anderen Jugendlichen die in Deutschland aufwuchsen aber längst abgeschoben wurden. Hier in Deutschland ist das vorherrschende Problem nicht die extreme Armut der Roma-Minderheit oder besonders häufige gewaltsame, mitunter tödliche Angriffe wie in südosteuropäischen Ländern. Es ist vielmehr die Verweigerung, Schutz vor Verfolgung zu gewähren und statt dessen Flüchtlinge und Migrant_innen nach nationalen Nutzbarkeitskriterien auszuwählen. Spenden zur Unterstützung rechtlicher und politischer Initiativen für ein Bleiberecht für Miroslav Redzepovic: Flüchtlingsrat
Niedersachsen Roma Soli Bremen (Kontakt: Roma.Soli.Bremen@gmx.net) Jede Abschiebung ist eine zuviel. Alle Roma bleiben! * www.jogspace.net www.alle-bleiben.info www.arb.blogsport.de www.balkanbiro.org
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