Proteste in Hamburg: unmittelbar vor der Ausländerbehörde “Romano Jekipe Ano Hamburg”

09/07/2015 20:18 0 Kommentar

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Protestkundgebungen der Gruppe “Romano Jekipe Ano Hamburg” vor der Ausländerbehörde in der Amsinckstraße am Donnerstag, den 9.7.2015 und Freitag, den 10.7.2015

Die Gruppe “Romano Jekipe Ano Hamburg” veranstaltet auch am Donnerstag und am Freitag jeweils von 10 Uhr bis 13 Uhr eine Kundgebung vor der Ausländerbehörde. Bereits am Montag und am Dienstag protestierten dort bis zu 100 Menschen für einen Abschiebestopp sowie ein Bleiberecht für alle Roma. Die Initiative will die durch die Lagerunterbringung bedingte Isolation durchbrechen und demonstrieren, dass sie als selbstorganisierte Gruppe für die Umsetzung ihrer Forderungen kämpfen wird. Für den 18. Juli 2015 kündigt die Gruppe zudem gemeinsam mit dem bundesweiten Netzwerk “alle bleiben!” und dem Hamburger Bündnis “Recht auf Stadt – never mind the papers!” eine Demonstration durch Sankt Pauli und Altona an.

„Viele von uns kommen aus Staaten, die die Bundesregierung per Gesetz für sicher erklärt hat: Mazedonien, Bosnien, Serbien. Oder aus dem Kosovo, welcher ebenfalls für sicher erklärt werden soll. Dabei ist es für Roma in diesen Ländern alles andere als sicher. Die Fluchtgründe sind ein gefährlicher Mix aus Rassismus aus den Bevölkerungsmehrheiten und den staatlichen Institutionen. Der Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildung oder zur Gesundheitsversorgung ist weitestgehend versperrt“, führt Zlatko Schmidt von Romano Jekipe Ano Hamburg aus und fügt hinzu: „Zusammengenommen ist die Ausgrenzung lebensbedrohlich, vor allem für Kinder und alte Menschen. Diese bekannten Fakten ignorieren politische Verantwortliche in der Ausländerbehörde, der Hamburger Bürgerschaft und der Justiz.“

Isen Schulz, Sprecher der Gruppe, erklärt: „Der Druck ist hoch. In diesen Tagen sollen viele freiwillig ausreisen oder sich mit maximal 20kg Gepäck direkt am Flughafen melden, um sich in lebensbedrohliche Zustände transportieren zu lassen. Die Behörden drängen Menschen unter Androhung der Polizei zur sogenannten “freiwilligen Ausreise“. Sie nutzen die Unwissenheit der Betroffenen aus und verfügen oftmals nicht über Dolmetscher*innen, die Romanes sprechen. Zudem werden zum Teil schwere, fachärztlich attestierte Erkrankungen ignoriert.“

„Eine weitere große Belastung ist die Situation in den Erstaufnahmeeinrichtungen, wie zum Beispiel dem Containerdorf in Stellingen. Viele, zum Teil auch sehr kranke Menschen, müssen in dieser provisorischen Einrichtung ausgegrenzt und isoliert viel länger als die offiziellen drei Monate leben“, berichtet Zlatko Schmidt und fordert: „Die Verantwortlichen müssen dringend eine Möglichkeit schaffen, dass wir die Erstaufnahmeeinrichtungen schneller verlassen können.

Isen Schulz beschreibt den Zusammenschluss: „In der neuen Hamburger Initiative “Romano Jekipe Ano Hamburg – Vereinigte Roma Hamburg” haben wir – das sind viele Roma und auch einige Nicht-Roma aus Unterkünften in der ganzen Stadt – uns jetzt zusammengeschlossen und versuchen in diesen Zuständen den Boden unter den Füßen zu behalten und eine Zukunft für unsere Kinder zu erkämpfen.“

Pressekontakt und Informationen: 
Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns: 
romano-jekipe@systemli.org 
0152-10338233 oder 0152-15424831
Aktuelle Informationen immer unter: 
http://romas-in-hamburg.blogspot.de 
http://www.alle-bleiben.info
http://nevermindthepapers.noblogs.org
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