15 Jahre sind vergangen…

24/03/2014 00:51 1 Kommentar

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15 Jahre sind vergangen…

Am 24. März 1999 beginnt die Bombardierung Ex-Jugoslawiens durch die NATO. Mehr als 250.000 Menschen müssen fliehen – davon geschätzt 120.000 Roma, wobei tatsächlich von einer noch größeren Zahl auszugehen ist. Ihre Häuser werden zerstört und ganze Stadtteile geplündert. Damit sind 600 Jahre friedliche Roma Kultur unwiederbringlich verloren.

Viele werden ermordet oder kommen auf der Flucht ums Leben. Für die aber, die es bis in europäische Länder wie Deutschland schaffen, hören Ungewissheit und Unsicherheit nicht auf. Sie hoffen, nach dem Verlust ihres Eigentums und der Erfahrung rassistischer Verfolgung auf einen Neuanfang – eine Chance ohne Angst leben zu können. Diese Hoffnung wird enttäuscht. Jahrelang werden sie nur »geduldet« und bekommen keinen sicheren Aufenthaltsstatus. Sie dürfen nicht arbeiten und unterliegen der Residenzpflicht. Manche leben in diesem unsicheren Zustand seit über 20 Jahren. Ein Zustand, der psychisch sehr stark belastet – zusätzlich zu den Belastungen der Schrecken, die sie im Krieg erfahren mussten.

Auch am 8. April gibt es keine ruhigen Versammlungen, keine Feiern am internationalen Tag der Roma: zynisch wirkt auf uns die Ankündigung einer ausgerechnet an diesem Datum geplanten Sammelabschiebung von Hannover nach Skopje.

Die NATO(S)OTAN hat nie die Verantwortung für die Zerstörungen übernommen, die sie durch die Bombardierung und die darauf folgenden Vertreibungen verursacht hat. Noch immer sind Roma in vielen Ländern stark diskriminiert, auch im Kosovo. Eine Abschiebung bedeutet für geduldete Roma eine weitere Vertreibung. Sie finden nichts als ein Leben in Angst und elenden Bedingungen.

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