Sebilje Begani und Gani Rama

09/06/2011 22:43 0 Kommentar

Sebilje lebt mittlerweile in einem Haus gemeinsam mit anderen Familien in Podujevo im Kosovo. Sie muss 150€ Miete pro Monat bezahlen aber dafür hat sie mit ihren Kindern nun eine menschenwürdige Unterkunft. Das Geld hierfür hat sie über Spenden aus Deutschland erhalten. Sie selber ist im Kosovo nicht in der Lage als Roma-Frau mit drei kleinen Kindern eine Arbeit zu finden und Geld zu verdienen. Sie fürchtet sich davor ihr Zimmer wieder zu verlieren, sollte sie bald kein Geld mehr haben.
Vor einigen Wochen hatte Sebilje Herzkrämpfe und musste zum Arzt. Tagelang war ihr Zustand sehr schlecht. Mittlerweile geht es ihr wieder besser.Sie hat Medikamente von einem Arzt bekommen mit denen ihr Gesundheitszustand stabile bleiben sollte. Sowohl den Arzt als auch die Medizin musste Sebilje selber aus eigener Tasche bezahlen. Eine Krankenversicherung ist den Menschen hier fremd. Eine der Frauen die mit Sebilje in dem Haus wohnt ist auch schwer krank. Sie hat starkes Asthma, hustet viel und hat auch andere Krankheiten. Welche genau weiß sie selber nicht, weil sie nicht zu einem Arzt gehen kann. Sebilje hat auch Angst wegen ihrer Kinder, dass auch sie hier Krank werden könnten.

Gani Rama, der Vater ihrer Kinder, wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen und prompt in Abschiebehaft genommen. Seine Tuberkulose ist noch nicht völlig auskuriert und seine Ärztin hat eine dreimonatige ambulante Weiterbehandlung verordnet. Aber offensichtlich sind die deutschen Behörden davon überzeugt, dass er diese Behandlung nicht in Deutschland zu bekommen brauch. Für ihn ist am 08.06.2011 um 10:55 Uhr eine Abschiebung nach Belgrad in Serbien angeordnet. Wie er dort erneut quasi ausgesetzt und ohne Wohnung oder Geld eine Weiterbehandlung, sowie die notwendige Hygiene gewährleisten soll um einen Rückfall zu verhindern ist nicht klar. Wir haben vorerst organisiert, dass er zumindest mit einem Taschengeld aus Spenden für die ersten Wochen ausgestattet nach Serbien starten kann. Möglichkeiten seine Abschiebung zu verhindern sind laut seines Anwaltes restlos ausgeschöpft. Die Behörden sind in seinem Fall offensichtlich nun besonders hart und unnachgiebig, da sie über ihn ein Exempel statuieren wollen um „illegale“ Wiedereinreisen als aussichtslos erscheinen zu lassen

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Sebilje mit ihren drei Töchtern in ihrem Zimmer in Podujevo

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Das notdürftig renovierte Haus in dem Sebilje mit ihren Kindern untergekommen ist

 

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Wie es für Sebilje und Gani weiter gehen soll und ob sie sich wiedersehen können ist ungewiss

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